Thun nicht gut?

thun 002 »Thun ist schön, nichts tun noch schöner.« Das sagen die Schweizer über die kleine Stadt am See gleichen Namens. Doch wer die Stadt besucht, könnte den See niemals zu Gesicht bekommen.

Es war wieder das Wetter, das meine Lieblingsfrau und mich an einer weiteren Tour hinderte. »Ein Ruhetag nach zwei Tagen Wandern ist doch auch ganz gut«, meinte sie.

Warum auch nicht? Wir sind im Urlaub und können thun und lassen was wir wollen. 😉

thun 007 Nach 40 Minuten Fahrt hatten wir Thun am Thuner See erreicht. Erstaunlich finde ich dabei allerdings, dass wir von der Autobahn den See nicht ein einziges Mal zu Gesicht bekamen. Der zufällig vorbeifahrende Tourist, hat so keine Ahnung, dass ein großer türkisfarbener See darauf wartet, von ihm entdeckt zu werden.

Der informierte Tourist dagegen kann es gar nicht erwarten, den See endlich zu Gesicht zu bekommen. Doch Gemach! So schnell wird das nicht passieren. 😮

Openstreetmap.de Wir wollten uns erst einmal einen Überblick verschaffen und stiegen daher zum Schloss hinauf. Vor dort hat man einen schönen Blick auf die mittelalterliche Stadt. Doch den See sahen wir nicht.

Also gut! Dann müssen wir uns den See eben per pedes erlaufen. Aber erst einmal einen Kaffee trinken und was essen! Ein dreiviertel Stunde später schauten wir uns immer noch hilflos um. Das mit dem Kaffee war gar nicht so einfach!

thun 047 Am Ende entschieden wir uns spontan für einen kleinen Laden, in dem der Kuchen und die Sandwiches unter einer Frischhaltefolie auf jedem Tisch standen. Was das betraf war hier also »help yourself« angesagt. Doch der Kaffee war ausgezeichnet und wir wärmten uns in der gemütlichen Atmosphäre wieder auf.

Frisch gestärkt machten wir uns wieder auf den Weg zum See.

Der beste Punkt müsste doch der Pier sein, an dem die Ausflugsschiffe starten, oder nicht? Der Fluss verbreiterte sich dort auch und wenn wir hätten weitergehen können, hätten wir vielleicht auch den See zu Gesicht bekommen. Doch leider stoppten uns auf beiden Seiten Baustellen. Wir durften nicht weiter gehen. 😮

thun 055 Davon wollten wir uns allerdings nicht aufhalten lassen und folgten der Straße vom Bahnhof aus. Sie führt direkt in ein. Gewerbegebiet. Die Schweizer mögen zwar saubere Toiletten haben, doch Gewerbegebiete sind dort genauso dröge wie hierzulande. Zudem kam die Sonne heraus und setzte uns in unseren Pullovern und Fließjacken mächtig zu.

Wir verließen die Stadt mit gemischten Eindrücken. Auf der einen Seite hat die Stadt viel zu bieten, durch die vielen kleine Gassen, die Einkaufsstraße auf einer Insel zwischen den Flussarmen. Letztere schimmern in einem durchdringenden Türkis. Auf der anderen Seite frustrierte uns die vergebliche Suche nach dem See.

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